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"Das Leben anzuregen - und es dann frei entwickeln zu lassen - hierin liegt die erste Aufgabe des Erziehers."
- Maria Montessori -
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Was ist Sucht?

Nun finden wir im Netz - anhand welchem Such(t)Programm auch immer erarbeitet - verschiedene Definitionen. Mein Bestreben ist nicht, dem eine weitere hinzuzufügen. Oder zu diskutieren, ob Sucht und Abhängigkeit Synonyme seien und was wann verwendet wird. In einem sind sich fast sämtliche (Schul-) Mediziner*innen und Therapeuten jedoch einig: "Sucht ist eine Krankheit!"

Nun möchte ich nicht bestreiten, dass in der Drogenabhängigkeit ein krankhaftes Extremverhalten liegt, eine nicht enden wollende Suche, eine Sucht nach Erfüllung oder eine Flucht vor sich selbst. Auch möchte ich nicht die Abwärtsspirale von Drogenkonsument*innen bestreiten oder dass Sucht durch Leidensdruck geprägt ist. Fakten hierzu finden wir im Menü Informationen.

Mein Bestreben ist, die Ursachen jenes Verhaltens von verschiedenen Blickwinkeln aus zu betrachten - den Betroffenen eine verständliche und annehmbare Sicht ihrer Situation aufzutun und alternative Ansätze zur nachhaltigen Prävention von Süchten anzubieten. Hierzu halte ich es für notwendig, ernsthafte Ursachenforschung zu betreiben und den Betroffenen anhand fokussierter Atembeobachtung den Entzug zu erleichtern. Weiterhin möchte ich die subtilen Süchte des 21. Jahrhunderts näher betrachten und auch hier ein Warnsignal senden.

In die Wiege gelegt?

Wird denn jemand bestreiten wollen, dass wir nicht bereits als Fötus vom Verhalten der Mutter abhängig sind? Davon, wie es ihr geht, wie sie sich ernährt und, welches (noch so subtile) Suchtverhalten in ihr bereits angelegt ist oder sie sich dem hingibt? Auch ist es doch erwiesen, dass es kein hilfloseres Wesen, kein bedürftigeres Säugetier wie den Menschen nach seiner Geburt gibt. Ob Hebamme, die Zuwendung und Fürsorglichkeit der Mutter oder auch die kulturellen und strukturellen Verhältnisse, in denen das Neugeborene sich wiederfindet - das Thema Abhängigkeit begleitet uns von Beginn an.

Nun ist es ein ausdrücklicher Unterschied, ob wir nach Substanzen süchtig sind oder von unseren finanziellen Einkünften abhängig. Auch, welch gesundheitliche Folgen das Konsumieren von destruktiven Stimulanzien hat und inwiefern wir abhängig vom Vorleben der Eltern sind. Es ist jedoch schwer zu übersehen, dass die unbewusst erfahrene Abhängigkeit von Beginn an ihren Teil dazu beiträgt, in eine sich entwickelnde Sucht zu verfallen. Und schauen wir uns Werbekampagnen der heutigen Zeit an, grenzt es sogar an einem Wunder, nicht süchtig zu werden.

Mir geht es darum, aufzuzeigen, dass die Unterschiede eben der individuelle Ausdruck von Sucht und Abhängigkeit sind. Am Wochenende ein Glas Wein zu trinken muss nicht heißen, ein*e Alkoholiker*in zu sein oder zu werden - auf die monatliche Unterstützung des Sozialamtes angewiesen zu sein, um des Daches über dem Kopf und der Nahrung im Kühlschrank wegen, stellt jedoch eine enorme Abhängigkeit dar. Manchmal genügt ein Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt: ein instabiles Elternhaus, vulnerable Phasen (wie Pubertät oder Scheidung), Jobverlust, soziale Außenseiterrollen. Dies können alles Auslöser sein, den Schmerz darüber betäuben zu wollen.

Das Erlernen der Sucht?

Das Einssein im Mutterleib ist unsere früheste Erfahrung von Vollkommenheit - ohne Sorge, nicht wissend um die Welt, keine Angst vor Schmerz und Tod. Notwendig aus dieser Phase des Seins gerissen und das Geburtstrauma verdrängt, bewahren wir uns alle unterbewusst diese Sehnsucht nach Einheit.

Wird das Kind in eine familiäre Situation hineingeboren, in der die Aufmerksamkeit zu kurz kommt, lernt es relativ schnell, sich mit Aufmerksamkeits-Ersatz abzufinden. Wie schnell und vor allem wie oft bekommen Kinder eher Spielzeug und Süßigkeiten gereicht, anstatt wahrhaftige Aufmerksamkeit und Zuwendung?

Ich schreibe nur noch fix die Nachricht zu Ende! Wenn sich Erwachsene unterhalten!

Wer kennt diese Worte nicht?

Fr. Dr. Haug-Schnabel, Autorin und selbst Mutter, beschreibt genau das und geht sehr ausführlich auf den Zusammenhang von Sucht und Suche ein:

Familienhandbuch.de | Sucht kommt von Suchen

Was machen Drogen?

Aus eigener Erfahrung ist mir bewusst, welch kurzfristige Erleichterung es sein kann, die persönliche Struktur mit all ihrem Leid, ihrer Leidensgeschichte und ihren Begierden und Ängsten, zu vergessen, zu betäuben. Der "Urlaub vom Ich" wird so gesehen als Rausch erfahren. Bio-chemisch betrachtet bewirkt das Konsumieren der verschiedensten Drogen eine Ausschüttung von körpereigenen Glückshormonen, wie Dopamin oder Endorphin. Und die Abhängigkeit von der jeweiligen Substanz stellt sich in der Gewohnheit ein, dass diese durch Stimulanzien ausgelöst werden. Der Körper unterscheidet nicht, wie die bio-chemischen Prozesse ausgelöst werden - die Psyche jedoch schon. Neben der Bio-chemie spielen demnach auch metaphysische Faktoren eine Rolle. Eine ganzheitliche Betrachtung ist unumgänglich, wenn wir Drogen hinter uns lassen wollen.

Da hier von "klassischen", sogenannten "stoffgebundenen Süchten" die Rede ist, kann das Objekt der Sucht schnell ausgemacht (gesehen) und benannt werden. Doch das 21. Jhd. hält eine viel subtilere Art der Abhängigkeit bereit: auch wenn Mitte des 20. Jhd. bereits von "stoffungebundenen Süchten" gesprochen wurde, scheint die digitale Welt wie dafür gemacht, um in unscheinbare Süchte hineinzugeraten.

Sucht im 21. Jahrhundert

Konkret liegt die Betonung an dieser Stelle bei der Sucht nach der digitalen Welt, die Suche ("Wo ist schon wieder mein Smartphone?") nach Ersatzbefriedigung durch Spielerein. Doch so kindlich dieser Begriff sich auch anhören mag - längst sind Online-Spiele, Community-Plattformen und Dienstleistungsangebote sämtlicher Art zu einem "Muss" der modernen Zeit geworden.

Strömten ab der zweiten Hälfte des 20. Jhd. noch Millionen von Menschen nach Las Vegas um ihren Spieltrieb zu befriedigen, ihrer Sucht nachzugehen, kommt Anfang des 21. Jhd. Las Vegas ins Wohnzimmer - das Smartphone macht's möglich. Stoffungebundene Süchte (hierzu zählen z.B. auch Partnersucht/e, Workaholic, Nymphomanie), die auch sehr schnell in den finanziellen und geistigen Ruin führen können, verbreiten sich im Grunde viel schneller. Sie sind nicht nur "nicht illegal", sondern werden mit unglaublicher Penetranz beworben. Das Thema Mediensucht muss im digitalen, 21. Jhd. mehr Aufmerksamkeit bekommen - sonst bekommen künftige Generationen schwerwiegende Probleme.

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